Die Schaumburg-Lippische Artillerie

Artillerie gab es sicher schon vorher, aber von Bedeutung wurde sie erst unter Grafen Wilhelm zu Schaumburg-Lippe. Für 1750 können wir von einer Stärke von etwa 20 Mann ausgehen. Er hatte ein besonderes Interesse an der Artillerie und so war es nur folgerichtig, daß er 1752 ein Artillerie-Corps formierte. Zu dieser Zeit waren es bereits ca. 70 Mann.

Das Artillerie-Corp wurde in den Folgejahren beträchtlich vergrößert. Der Höchststand wurde während des Siebenjährigen Krieges mit 292 Mann des eigentlichen Artilleriecorps sowie 153 Mann Kommandierte vom Regiment und 252 Begleitmannschaften (Knechte etc.) erreicht. Zur Bespannung standen 595 Pferde bereit.

Die Schaumburg-Lippische Artillerie nahm an allen wesentlichen Schlachten und Gefechten des Nordwest-Deutschen Kriegsschauplatzes teil.

Nach dem Krieg wurde der Personalbestand zwar verringert, er betrug aber 1777, dem Todesjahr des Grafen Wilhelm immer noch insgesamt 273 Mann. Danach setzte eine massive Verkleinerung ein, so daß 1787 nur noch ca. 90 Mann vorhanden waren. Diese wurden wiederum auf 28 Mann verringert und 1790 verfiel das Korps der vollständigen Auflösung.

 

Originalkanone des Grafen Wilhelm zu Schaumburg-Lippe auf Schloss Bückeburg.

Die Hauptbewaffnung des Artilleriekorps bestand aus 12-, 6-, 3- und 1-pfündigen Kanonen. Die Pfundangaben bezogen sich dabei auf das Gewicht der Kugel. Daneben gab es noch Mörser, im wesentlichen des Kalibers 10 Zoll und 6 Zoll.

Aus den Erfahrungen des Siebenjährigen Krieges aufbauend legte Graf Wilhelm später ein Hauptgewicht auf die kleineren Kaliber, da diese in Verbindung mit der Infanterie beweglicher waren. Er schuf auch das sogenannte Falkonett, ein 1-Pfünder, der von drei Mann bedient wurde und dank einer besonderen Lafette auch über Hindernisse getragen werden konnte.

Die Mehrzahl der Kanonenrohre wurden in einer eigenen Stückgießerei in Bückeburg gegossen. Das Material war entweder Bronze oder Eisen. Zu Studienzwecken wurden aber auch eiserne Rohre z.B. aus Schweden bezogen. Großen Wert legte Graf Wilhelm in die Ausbildung der Artilleristen, die Einrichtung einer Artillerie-Schule auf dem Wilhelmstein und die Durchführung unzähliger Versuche legen hiervon Zeugnis ab.

 

Wappen auf der Originalkanone auf Schloss Bückeburg